Nach einem kalten Winter zeugt die Heizkostenabrechnung von explodierenden Kosten. Doch schon mit einfachen Maßnahmen kann dem entgegen gewirkt werden.
Das Problem: Eine ideale Heizungsregelung gibt es nicht
Zwar gibt es keine ideale Regelung der Heizung, doch kann durch verändertes Nutzerverhalten wie raumweise Raumtemperaturabsenkung oder Schließen des Thermostatventils während der Fensteröffnungszeiten bis zu 10 Prozent der Heizenergie gespart werden. Das klingt zunächst simpel, bedingt jedoch ein diszipliniertes Verhalten.
Worauf kommt es an?
Weil viele Bewohner bequem geworden sind, bleibt das Thermostatventil fast immer in einer Stellung. Im Vertrauen auf die Nachtabsenkung der Heizung wird ausgeblendet, dass eine zentrale Temperaturreduzierung nicht so wirksam ist wie eine raumweise Anpassung. Zeitgesteuerte Ventilköpfe dagegen können einiges bewirken, denn wir halten uns nicht immer überall gleichzeitig auf. So soll das Badezimmer bereits zum Aufstehen warm sein, doch das Wohnzimmer muss noch nicht beheizt werden, weil es erst nachmittags oder abends genutzt wird. Dagegen sollte das Badezimmer erst wieder abends wohl temperiert sein. Mit Hilfe der raumweisen Zeitsteuerung können bis zu 10 Prozent an Heizwärme eingespart werden.
Darauf ist zu achten: Kleine Heizkreistemperaturen
Zur Gesamtbetrachtung gehört die Zentraltechnik. Die Vorlauftemperatur sollte in Ab-hängigkeit von der Außentemperatur geregelt werden. Die größten Einsparpotenziale gibt es, wenn bei modernen Brennwertheizungen auf geringe Heizkreistemperaturen geachtet wird. Denn der Brennwert oder die Kondensationswärme - ca. 11 Prozent der Energie aus dem Abgas einer Gasheizung – kann erst bei Rücklauftemperaturen unter 42°C genutzt werden. Der Effekt steigt also mit niedrigeren Rücklauftemperaturen.
Fehler vermeiden: Hydraulischen Abgleich nicht vergessen
Zur Effizienz trägt auch der hydraulische Abgleich bei. Er gewährleistet, dass sämtliche Heizflächen nur so viel Wasser und Wärme erhalten, wie es der jeweilige Raum erfordert. Ein nicht abgeglichenes System bedingt meistens einen geringeren Brennwerteffekt, weil das Wasser den Weg des geringsten Widerstandes nimmt. Es strömt dann vom nahegelegensten Heizkörper gleich und nur wenig abgekühlt zum Kessel zurück. Letztlich resultiert daraus eine höhere Rücklauftemperatur.
Wichtig: Bund fördert nachträgliche Maßnahmen
Da der hydraulische Abgleich bei vielen Heizungen nicht ausgeführt wurde, fördert der Bund nachträgliche Maßnahmen – die bis zu 30 Prozent Energieeinsparung bringen können. So sponsert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit dem Programm 431 „Energieeffizient Sanieren – Sonderförderung“ 25 Prozent von Investitionskosten. Darunter fallen Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung wie Analyse des Istzustands, Ermittlung der Soll-größen der Heizung, Einregulierung der Anlage, hydraulischer Abgleich, Verbesserung der Regelungstechnik, Planen und Einstellen von Heizkreispumpen, Ventilen und Reglern sowie anderen Steuerungseinrichtungen. Auch der Einbau von Hocheffizienzpumpen, die nur noch ca. 20 Prozent der Energie von herkömmlichen stufigen Pumpen benötigen und der Austausch von nicht voreinstellbaren gegen voreinstellbare Heizkörperventile gehören dazu.
Allerdings wird die Förderung nur für Heizungsanlagen gewährt, deren Kessel aus der Zeit vor dem 1. Januar 2005 stammen. Leider fallen jüngere Anlagen nicht darunter, obwohl auch bei ihnen häufig Maßnahmen zur Energieeinsparung versäumt wurden.



